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Peter Bruckmann

Unesco-Projektschule

OES Schulentwicklung

 
Exkursion des BKFH ins Lindenparkmuseum, Stuttgart

Das Berufskolleg Fachhochschulreife geht auf Tuchfühlung mit dem Islam

Am 12. Dez. 2006 besuchte ein Teil des 1BKFH1 im Lindenmuseum (Staatl. Museum für Völkerkunde) die Ausstellung „…mehr als nur Gäste“.

Gutgelaunt machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Stuttgart und legten den Weg zum Museum zu Fuß zurück. Wir waren sehr gespannt, was uns erwarten würde, denn im Rahmen unserer Unterrichtslektüre „Nathan, der Weise“ beschäftigte uns das Thema „Islam“ ganz besonders.
Durch das Museum begleiteten uns Farida und Friederike als „Dialog Führung“ durch die Ausstellung. Farida hat Islamwissenschaft studiert, ist selbst konvertierte Muslima und wird von Friederike unterstützt, die zurzeit Ethnologie und Völkerkunde (Schwerpunkt Arabien) studiert. Die so genannte „Tandemführung“ ist ein Projekt des Bundesministeriums des Innern, um das Gespräch zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu unterstützen und zu fördern.

Zu Beginn erhielten wir eine kleine geographische Einführung in die muslimische Welt und waren doch sehr erstaunt, dass ein Großteil der islamischen Weltbevölkerung in Indonesien lebt, es insgesamt jedoch 1,3 Milliarden Moslems auf der ganzen Welt gibt. Die Verbreitung erstreckt sich hierbei über den arabischen Raum, Nordafrika, Südostasien und - man glaubt es kaum - einen kleinen Teil des nördlichen Südamerikas. Als nächstes betrachteten wir uns den Koran näher. In einer Glasvitrine waren verschieden Ausgaben des Korans aus unterschiedlichen Epochen ausgestellt, von der beschriebenen Lederrolle, über das Pergament bis hin zum gedruckten Exemplar. Wir erfuhren, dass jedes einzelne Exemplar des Korans heilig sei und deshalb mit besonderer Erfurcht zu behandeln sei.

Beim Betrachten eines Bildes des Wallfahrtsortes Mekka wurden die verschiedenen Aspekte einer solchen Pilgerfahrt erklärt. So zum Beispiel, dass jeder Moslem einmal im Leben nach Mekka reisen sollte, in die Stadt, in der einst der Prophet Mohammed geboren wurde. In der Mitte Hauptmoschee befindet sich die Kaaba, die der Gläubige als Höhepunkt seiner Reise siebenmal umkreisen soll.

Im gleichen Raum wurde eine Gebetsnische einer Moschee vorgestellt, die nach Mekka ausgerichtet war. Erläutert wurden hier die verschieden Regel des Gebets und die damit verbundenen Rituale. Interessant waren auch die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte, die zeigten wie sehr gesellschaftliche Traditionen religiöse Verhaltensweisen beeinflussen und somit Moslem nicht gleich Moslem ist.

Sehr spannend war dann der leider viel zu kurze Ausflug durch einen afghanischen Bazar der im Original aufgebaut war. Von einem aus Lehm errichteten Gang gingen die einzelnen Verkaufsstuben nach links und rechts ab, die mit Gewürzen, Werkzeug und orientalischen Stoffen dekoriert waren. Durch die schummrige Beleuchtung, fühlte man sich in die Souks des Orients versetzt und man erwartete jeden Moment, dass Nathan oder Saladin um die Ecke käme.

Danach ging es einen Stock tiefer zur Ausstellung „… mehr als nur Gäste“. Hier geht es um ein Projekt der Landeszentrale für politische Bildung zum Thema Zusammenleben mit Muslimen in Baden-Württemberg. Es geht um muslimische Menschen, die unter und mit uns leben, und um die Sensibilisierung für die manchmal so fremd scheinende Kultur.

Die Ausstellung empfängt den Besucher mit überdimensionalen Bildern von in Deutschland lebenden Muslimen und deren Lebensgeschichte, darunter auch Deutsche die zum Islam konvertiert sind. Des Weiteren zeigen mehrere Schaukästen die verschiedenen Aspekte der islamischen Lebensweise. Es geht unter anderem um traditionelles Familienleben, praktizierte Religion oder auch Integration.

Wir sollten uns in Gruppen zu zwei oder drei Personen aufteilen und einzelne Bereiche erörtern. Nach etwa zwanzig Minuten trafen wir uns in der Mitte der Ausstellung auf Teppichen und Kissen, um unsere Erkenntnisse auszutauschen. Heiß diskutiert wurden Themen wie Integrationsprobleme, Missverständnisse durch Angst und Unwissen und so interessante Dinge wie das Tragen eines Kopftuches oder Zwangsehen. Das war der aufschlussreichste Teil dieser Veranstaltung und die Gespräche wollten gar kein Ende nehmen.

Wir machten uns widerstrebend auf den Heimweg und nahmen viele beeindruckende Betrachtungsweisen mit nach Hause, die unseren Blickwinkel für diese Thematik sehr erweitert haben. Die Zeit verging wie im Flug und es war leicht zu verschmerzen, dass sie nicht mehr zum Bummel auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart reichte.

Auf diesem Weg möchte ich mich im Namen aller Schülerinnen, die mit von der Partie waren, bei Frau Yilmaz ganz herzlich bedanken, dass sie alle Hebel in Bewegung gesetzt und diesen Ausflug möglich gemacht hat.

Tamara Hergenröther

 

 

 
  © AK Website Peter-Bruckmann-Schule 18.12.2006