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Peter Bruckmann

Unesco-Projektschule

OES Schulentwicklung

 
PBS ist UNESCO-Projektschule (UPS)


Die Peter-Bruckmann-Schule war seit dem Schuljahr 2007/08 Interessierte UNESCO-Projektschule (IUPS) und wurde mit dem Schuljahr 2009/10 zur Mitarbeitenden UPS (UPS) ernannt.

Ziele und Leitlinien der UNESCO-Projektschulen

1. Essentials:
Wir sind ein Netzwerk zur interkulturellen Bildung und setzen uns ein für eine Kultur des Friedens: Menschenrechte, Toleranz, Demokratie, interkulturelles Lernen, Umwelt und Nachhaltigkeit und globale Entwicklung.

2. Zielvorgaben:
Die Schüler/innen in den UNESCO-Projekt-Schulen lernen die in den Essentials genannten Werte und entsprechende Handlungsmöglichkeiten kennen: Menschenrechts- und Friedenserziehung, interkulturelle Kompetenz, Umwelt und Nachhaltigkeit und globale Entwicklung.

3. Handlungsebenen:
Wie lernen Schüler/innen in den UNESCO-Projekt-Schulen:
Öffnung zur schulübergreifenden Zusammenarbeit und Projektkultur, Partizipation und Aktion: Verantwortung und Impulse für Gemeinde/Stadt.
Auf der folgenden Website erhalten Sie Informationen über die UNESCO-Projektschulen in Deutschland und weltweit: www.ups-schulen.de
 

Aktivitäten unserer Unesco-Projekt-Schule (ups) im Schuljahr 2007/08:
Einzelaktivitäten

- 03.12.2007: Investitur von Pfarrer Frank Jänicke – Kollekte an Cangurito/Argentinien

- Dezember 2007: Weihnachtsplätzchenverkauf der Abteilung Nahrung

- In der Woche 03. – 07. Dezember 2007: Weihnachtsmänner-Verkauf der SMV

- 14. Februar 2008: Verkauf von Valentinstag-Rosen durch die SMV
Mit dem Erlös dieser Verkaufsaktionen werden Hilfsprojekte unterstützt, wie z.B. die Kindertagesstätte Cangurito im Norden Argentiniens. Diese wird von einer deutschstämmigen Lehrerin geleitet. Ca. 120 Kinder werden dort tagsüber betreut. Durch die Aktionen der SMV und der Abteilung Nahrung kann zunächst die zahnärztliche Versorgung der Kinder finanziert werden.
Daueraktivitäten

- Mindestens einmal pro Monat: Wurstverkauf der Abteilung Nahrung.

- Das Sekretariat verwendet ausschließlich Fair-Trade-Kaffee.

- Im Bereich der Hauswirtschaft wurde auf Fair-Trade-Kaffee umgestellt.

- Ab März 2008 wird der Verkauf von Fair-Trade-Waren an die Kollegen organisiert.
Projekte

- Internationaler ups-Projekttag 2008:
25.04.2008: Internationaler Projekttag der deutschen Unesco-Projekt-Schulen zum Thema „Heimat“. An diesem Tag sollen verschiedene Aktivitäten (z. B. auch im GK-Unterricht) zum Thema „Integration“ stattfinden, als Beitrag zu einer verbesserten Verständigung zwischen Personen, Bevölkerungsgruppen, Kulturen und Nationen. (Link: UNESCO Projekttag - Internationale Modenschau)

- Kamerun:
Die SchülerInnen und Kollegen der Fachschule für Lebensmitteltechnik planen in Kooperation mit einem in Deutschland lebenden Studenten aus Kamerun ein Lebensmittel-Produkt zu entwickeln, das einheimischen Bauern als Zulieferer eine bessere Verdienstmöglichkeit bieten soll.

- Talitha Kumi, Palästina: Besuch des Schulleiters
Am 13.02.2008 informierte Dr. Dürr, der deutsche Schulleiter der Schule (Gymnasium und Community College) unsere Schulleitung, Schüler/innen der Abteilung Pflege und die UPS-Beauftragten über die Situation des Colleges (einer Fachschule für den Hoga-Bereich).
In Talitha Kumi (www.talithakumi.org), in Beit Jala in der Nähe von Bethlehem gelegen und ebenfalls eine ups, werden christliche und moslemische Schüler gemeinsam unterrichtet. Unser Ziel ist es, immer gemeinsame Projekte im Bereich der beiden UNESCO-Schulen auf den Weg zu bringen. Zwei Projekte laufen bereits:

1. Agape-Lunch und Lesung:
Zeitgleiche Feier trotz 3.500 km Distanz zu Palästina
 
Ein  Agape-Mahl kennt man sonst eher aus dem kirchlichen Bereich, wenn die Gemeinde anschließend an eine liturgische Feier zum gemeinsamen Essen im Geiste  der göttlichen Liebe zusammenkommt. Schließlich heißt das griechische Wort „Agape“ übersetzt „göttliche Liebe“ und meint auch ein Festmahl in diesem Sinne. Wenn eine staatlich Berufsschule zu so einem feierlichen Mahl einlädt,  muss das schon einen besonderen Grund haben. Und das hatte es in der Tat: die Peter-Bruckmann-Schule (PBS) als eine Unesco-Projektschule wollte für das Unesco-Ziel  der Völkerverständigung und Partnerschaft ein starkes Zeichen setzen. Deswegen waren Vertreter von mehreren Religionen eingeladen worden, die Schüler an unserer Schule haben: muslimische, jüdische, aramäische und christliche.

Eingeladen waren sie zu diesem kleinen schulischen Highlight  am Mittwoch, dem 28. Mai 2008 um 13:00 h MEZ,  und einer Lesung mit der palästinensischen Schriftstellerin Faten Mukarker. Das besonderer an diesem Event war, dass der Agape Lunch zeitgleich und mit gleicher Speisenfolge auch in Palästina im Partnerprojekt, dem Gymnasium  Talitha Kumi (TK) von Beit Jala, stattfand. Das Mahl für etwa 45 Personen fand an der PBS in einem geschmückten Klassenraum, ähnlich wie in TK, als Buffet statt. Leckere Gerichte wie Hummus gingen weg wie Hummer oder warme Semmeln, wobei die Semmeln diesmal „Falafel“ hießen.

Das rund ein Dutzend palästinensischer, aramäischer, jüdischer und natürlich deutscher Rezepte war einem ganz besonderen Kochbuch entnommen, das die beiden Klassen hier und dort gemeinsam zusammengestellt und zu einem zweisprachige Kochbuch (deutsch/englisch)entwickelt hatten.
Die Rezepte des Kochbuchs stehen für religiöse Feste, wozu von der Klasse im Sozialkundeunterricht bei Daniela Schlegel landeskundliche Informationen zu Palästina gesammelt wurden. Die Rezepte wurden alle vorher mit Bärbel Körber gekocht und erprobt - ein Härtetraining für die jungen Menschen, die ihr Fachabitur mit Schwerpunkt Gastronomie anstreben. Zu jedem Rezept gab es von den Schülern ausgesuchte kulturelle Notizen, sodass dass fast eine kleine Landeskunde entstand. Das Buch wurde in Deutschland als Fächer aufklappbar und in Palästina als Büchlein hübsch gestaltet. In der „Heilbronner Stimme“ war über die Vorbereitungen ein Bericht erschienen. 

Gutes Gelingen für das Agape-Mahl in beiden Ländern, im Unter- und im Heiligen Land, wünschten die deutschen Parlamentarier unserer Region Juratovic (Berlin) und Lichdi (Stuttgart). Und vom Begründer der Konflikt- und Friedensforschung, dem norwegischen Professor Johan Galtung,   kam eine aufmunternde Grußbotschaft. Auch der oberste Koordinator der 190 deutschen Unesco-Schulen, Dr. Karl-Heinz Köhler, schickte eine Grußbotschaft, die in Talitha Kumi verlesen wurde. Die beiden Schulleiter, Dr. Dürr in TK und Herr Härpfer (PBS) hielten ihre Reden.

Eine sehr spezielle Einladung war an zwei junge Mitbürger mit besonderer Zivilcourage ergangen.
Sie hatten kürzlich in Heilbronn elf Passanten vor drei Schlägern (einem Deutscher und zwei Ausländern) geschützt, die später die Gedenktafel für die ermordete Polizistin Kiesewetter unweit unserer Schule schändeten und einen serbischen Rentner krankenhausreif schlugen. Die jungen Männer waren zwei junge Deutsche, einer von ihnen Jude. Zu seiner Überraschung fand er bei seiner Ankunft seine Mutter als Vertreterin der jüdischen Gemeinde vor. Beide hatten von der Einladung des anderen nichts gewusst.

Unter der Leitung der LehrerInnen Bärbel Körner (PBS, 2BFSG1/1) sowie Iman Jaddu und Sana Emaya (TK) hatten die SchülerInnen den Agape-Lunch gestaltet. Betreut wurde  das Projekt von den Unesco-Schulkoordinatoren, in Palästina von Nidal Barham, in Deutschland von Raimund Pousset, der auch die Skype-Technik etabliert hatte. In Talitha Kumi hatte das der Lehrer Heinrich Pritschet übernommen. Im professionellen Einsatz dirigierte Ute Schweyer die juvenile Küchenbrigade der 2BFSG1/1, in TK war da mit den Schülern auch das Gästehaus am Werk. Die Schüler boten einen liebevollen, fast professionellen Service – eine perfekte Vorbereitung auf ihre zukünftigen Berufe.

Die beiden Schulen hatten über Skype eine Videokonferenz im Internet geschaltet. Trotz ärgerlicher Ton- und Bildstörungen konnten wir erleben, wie viele Tausend Kilometer entfernt Menschen in fast gleicher Tischordnung und mit gleichen Gerichten speisten. Und wir hörten Grußworte und Reden,  konnten die Präsentation einzelnen Essens-Platten im Bild sehen: die gleichen Gerichte!  Das vermittelte schon einen starken Eindruck von Gemeinsamkeit.

Faten Mukarker, Autorin des Buches „Leben zwischen Grenzen – Eine christliche Palästinenserin berichtet“ vertiefte in ihrer Lesung, der mehr ein Vortrag oder Dialog war, vor etwa 80 Schülerinnen und Lehrkräften das Erlebnis des gemeinsamen Mahls durch einen sehr persönlichen Bericht der konkreten Lebensumstände im besetzten Palästina. Wohl bei den meisten Zuhörern, die auch lebendige Fragen stellten und ebensolche Antworten erhielten, wurde Betroffenheit ausgelöst. Der ferne Nahost-Konflikt rückte in seiner scheinbaren Auswegslosigkeit über die Schilderung von demütigenden Erlebnissen, Angst und Gewalt ganz nah. Die Hoffnung scheint fast zerstört, denn die Palästinenser, die bereit sind, einen gewaltfreien Weg zu gehen, fühlen sich sich von der ganzen Welt mindestens verlassen – wenn nicht sogar angegriffen. Hier wurde Europa besonders genannt, auf das man große Hoffnungen gesetzt hatte. So fliehen speziell unter den recht gut ausgebildeten Christen viele, weil sie keine Perspektive mehr für eine friedliche Zukunft oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Fatens beide erwachsenen Söhne leben bereits in den USA. Die jüngste Tochter Monika sucht derzeit nach einer Ausbildungsmöglichkeit – wo immer sich eine Chance bietet.
Die PBS möchte den Kontakt zu dieser lebendigen Traditionsschule in deutsch-protestantischer Trägerschaft und mit etwa einem Drittel muslimischer SchülerInnen trotz oder wegen des schwierigen politischen Umfelds gern weiter pflegen. So steht das nächste Projekt an: eine multimediale Picture Show auf DVD, die das Schulleben in beiden Ländern aus der Schülersicht thematisiert

2. PictureShow:
In einem ECK (extracurricularer Kurs) der Fachgruppe Altenpflege wird eine PictureShow über die Systeme der Altenversorgung in beiden Ländern erarbeitet. In der PBS liegt die Durchführung und Regie in den Händen der beiden Kollegen Raimund Pousset und Roland Heumaier, in Talitha Kumi haben diese Aufgabe die Kollegen Nidal Barham und Marion übernommen. Zum gemeinsamen Arbeiten an dieser Show werden je zwei SchülerInnen der beiden Schulen Anfang November zu einem einwöchigen usp-Workshop nach Barka im Emirat Oman fliegen. Die Schulkoordinatoren Nidal Barham und Raimund Pousset werden sie begleiten. Die PictureShow soll im Frühjahr 2009 fertig gestellt sein.

 
  © AK Website Peter-Bruckmann-Schule 25.02.2010